FAQ

Fragen und Antworten zur Hospizarbeit

Der Begriff Hospiz (hospitium = lat. Herberge) steht symbolisch für das Ziel, Orte und Räume zu schaffen, wo Schwerkranke und Sterbende Menschen in der letzten Zeit ihres Lebens versorgt und begleitet werden, so dass sie  würdevoll leben und sich von ihrem Leben verabschieden können.

Die Hospizbewegung sieht das Leben von der Geburt bis zum Tod als Ganzes. Daher setzt sich  die Hospizarbeit für die ganzheitliche Begleitung von Schwerkranken und sterbenden Menschen jeden Alters, die Entlastung der Angehörigen und des näheren Umfeldes ein.

Hospizarbeit hat das Ziel, den natürlichen Vorgang des Sterbens in das Leben zu integrieren. In enger Zusammenarbeit mit Ärzten, Pflegediensten und den Angehörigen ist es unser  oberstes Ziel Sterbende so zu begleiten, dass sie die letzte Zeit weitgehend schmerzfrei, selbst bestimmt  und wenn möglich in Ihrer vertrauten  Umgebung verbringen können.

Das kann gelingen, wenn sowohl der betroffene Patient als auch seine Angehörigen und Freunde mit ihren Bedürfnissen wahrgenommen werden. Sie brauchen beide gleichermaßen Wahrhaftigkeit und Fürsorge.

Der richtige Zeitpunkt ist dann, wenn Sie wissen, dass ein naher Angehöriger, Partner, Freund, Nachbar sterben wird und Sie Fragen haben und/oder sich konkrete Unterstützung wünschen.

Die Dauer der Begleitungen kann sehr unterschiedlich sein und orientiert sich an den Bedürfnissen der Sterbenden, ihrer Angehörigen sowie unserer Einschätzung. Sie können von ein paar Stunden bis hin zu mehreren Jahren dauern - solange wie es aus ihrer und unserer Sicht erforderlich und sinnvoll ist.

Sie sind beim Sterbenden und tun, was ihm im Moment gut tut, und nicht in den Bereich der körperlichen Pflege fällt: Schweigen, Reden über  Angst, Abschied, Hoffnung... Erinnerungen, Vorlesen, gemeinsam Musik hören...

Die Häufigkeit und Art der Einsätze wird individuell abgesprochen.

Sie haben keine professionelle Qualifikation, werden aber in mehreren Seminaren auf ihre Tätigkeit vorbereitet. Sie werden von den Hauptamtlichen begleitet und nehmen regelmäßig an Supervisionen teil. (siehe Ihre Hilfe)

Begleitende Einzelgespräche z.B., wenn sie Fragen haben wie:

Was mache ich, wenn mein Partner nicht mehr mit mir sprechen will, obwohl ich das Gefühl habe, es gibt noch viel zu klären?

Darf ich über den Tod und das Sterben sprechen und darf ich meinem sterbenden Vater meine Traurigkeit zeigen?

Was kann ich tun, wenn mein Mann/meine Frau im Sterben liegt und die Kinder ziehen sich nur noch zurück?

Ist es nicht doch besser meine Mutter wäre in einem Stationären Hospiz oder einer Palliativstation untergebracht?

Informationen über weitere Unterstützungsmöglichkeiten wie:

  • Pflegedienste
  • Nachbarschaftshilfe
  • Stationäres Hospiz
  • Palliativnetz Freiburg
  • Brückenpflege

Nein. Die Hospizarbeit wird über einen Krankenkassenzuschuss und Spenden finanziert.

Dadurch sind unsere Angebote kostenfrei.

Das Leben wird weder künstlich verlängert noch durch Einwirkungen von Außen verkürzt. Der Sterbende und seine Angehörigen stehen mit ihren individuellen Bedürfnissen im Mittelpunkt. Dies umfasst:

Die körperliche Dimension:

Erst wenn optimale Schmerzbehandlung und Pflege gewährleistet sind, entsteht Raum für einen gelingenden Abschluss der letzten Lebensphase.

Die seelische Dimension:

Der Abschluss des Lebens steht immer in Bezug zum gesamten vorangegangenem Leben. So individuell und verschieden die Lebensentwürfe und Biographien der Betroffenen sind, so unterschiedlich können die Bedürfnisse und  auch  die Wünsche an die Art der Begleitung am Ende des Lebens sein.
Das zu respektieren und allem, was im Verlauf eines Sterbeprozesses auftaucht, mit einer offenen, neugierigen Haltung wahrzunehmen und willkommen zu heißen, ist für uns eine wichtige Grundhaltung.

Bedürfnisse, die in der seelischen Begleitung der Betroffenen oft vorkommen sind z.B.

  • Gefühle wie Trauer und Wut über das Leben, die Krankheit und den Tod zum Ausdruck zu bringen
  • Eventuell bestehende Konflikte und Schuldgefühle zu klären
  • Der Wunsch an wichtigen Entscheidungen weiter beteiligt zu werden
  • Auf Fragen eine ehrliche und vollständige Antwort zu bekommen

Die soziale Dimension:

Die Unterstützung der Betroffenen:

  • In Fragen der eigenen Pflege und med. Behandlung einbezogen zu werden
  • Auf Wunsch  den Kontakt zum persönlichen Umfeld zu halten
  • Zu ermöglichen, eine geliebte Tätigkeiten noch mal zu tun

Die spirituelle Dimension:

Im Sterbeprozess können sowohl für den Betroffenen als auch für die Angehörigen und Freunde Fragen nach Sinn und Bedeutung von Leben, Leid und Tod sowie nach einem möglichen Weiterleben auftauchen- manchmal auch eine Suche nach einem Gefühl von Integrität, Verbindung und Vertrauen in das menschliche Dasein generell.

Für manche Menschen sind diese spirituellen Aspekte mit einer Religion oder der Erkenntnis eines höheren Bewusstseins verbunden.

In der Begleitung steht für uns die weltanschauliche Überzeugung und die eigene Spiritualität des Sterbenden im Vordergrund.

Menschen aller Religionszugehörigkeiten sind bei uns willkommen.

Ist die Hospizgruppe auch nach dem Tod für mich da?

Die Begleitung der ambulanten Hospizgruppe schließt die Zeit nach dem Tod eines Familienmitgliedes mit ein. Wir begleiten Angehörige auf Wunsch auch in ihrer Trauer. Wenn ein Mensch stirbt, der Ihnen nahe steht, kann es sein, dass vieles in ihrem Lebensgefüge aus dem Lot gerät. Zwischenmenschliche Beziehungen können sich verändern, auch Pläne und gemeinsame Lebensträume.

So unterschiedlich wie die Trauer sich zeigt, so verschieden ist auch der Wunsch nach Unterstützung in dieser Zeit. Wir möchten Sie begleiten, ihren persönlichen Weg zu finden, indem wir Ihnen Raum geben für: Aufwühlende Gefühle, Gedenken und Erinnern,  das Aussprechen von Sorgen und Ängsten, stille Momente.

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